Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Kultur und Bildung

16.10.2018 - Artikel

Stand: Oktober 2018

Kultur

In Togo leben rund 40 Ethnien mit unterschiedlichen sozialen, sprachlichen und kulturellen Eigenheiten und einem großen kulturellen Reichtum.

Das staatliche, kirchliche und private Schulwesen ist insbesondere in städtischen Regionen relativ gut entwickelt. Die Schulbesuchsquote liegt bei 77 Prozent (73 Prozent bei Mädchen, 80 Prozent bei Jungen), 84% der Schüler beenden die Grundschule. Etwa die Hälfte der Kinder im schulfähigen Alter besuchen nach der Grundschule auch die weiterführende Schule. Allerdings haben knapp 7 Prozent der Kinder im schulfähigen Alter keinen Zugang zu einer Schule und brechen 23 Prozent der Schüler ihre Schullaufbahn vor Ende der Grundschule ab. Die Analphabetenrate bei Erwachsenen (15 Jahre und älter) liegt bei 33 Prozent. Allerdings ist die Alphabetisierung stark vom sozioökonomischen Umfeld und auch vom Geschlecht abhängig. Während die Alphabetisierungsquote unter Männern bei über 78 Prozent liegt, beträgt sie bei Frauen nur etwa 55 Prozent.

Seit für den Besuch der öffentlichen Vor- und Primarschulen kein Schulgeld mehr erhoben wird, ist es zu einem signifikanten Anstieg der Schülerzahlen, insbesondere unter den Mädchen, gekommen. Auf dem Gebiet der technischen Ausbildung gibt es große Defizite, da es an entsprechenden Berufsbildungseinrichtungen fehlt. Der Schul- und Semesterbeginn wurde in den letzten Jahren regelmäßig verschoben.

Togo hat zwei staatliche Universitäten, Lomé und Kara. An der Universität von Lomé, die für 6.000 bis 7.000 Studenten ausgelegt ist, studieren mittlerweile fast 44.000 Studierende (davon 73 Prozent Männer und 27 Prozent Frauen) mit entsprechend schwierigen Studienbedingungen. An der Universität von Kara gibt es rund 13.000 eingeschriebene Studenten. Seit 2009 wird an den beiden Universitäten nach und nach ein dreigliedriges Studiensystem (Licence, Master und Doctorat, kurz: LMD) nach dem Vorbild der europäischen Bologna-Reform eingeführt. Die LMD-Reform konzentriert sich bisher vor allem auf die strukturelle Ebene. Inhaltliche Reformen sowie hochschuldidaktische Neuerungen sind bisher erst in Ansätzen zu erkennen.

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Unruhen an den Universitäten. Grund hierfür war Kritik an der Studienreform und an schlechten Studienbedingungen sowie Schwierigkeiten bei der Durchsetzung finanzieller Hilfen für Studenten. Die Arbeitsplatzprobleme für Hochschulabgänger sind groß.

Zur Förderung der Kulturszene, die unter den Jahren der politischen Instabilität Anfang der 2000er Jahre sehr gelitten hat, gibt es den Fonds d’Aide à la Culture. Dieser soll der lokalen Kunst-, Kultur- und Literaturszene zugutekommen. Öffentliche Bauten müssen 1% der Bausumme der Kunst am Bau widmen. Es gibt zahlreiche togoische Künstler im Bereich von Musik (King Mensah), Tanz, Literatur sowie der bildenden Künste. Als Togoer, die internationale Aufmerksamkeit erlangten, können auch die Fußballer Sheyi Emmanuel Adebayor und Moustapha Salifou sowie der Künstler Paul Ahyi genannt werden.

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.

Weitere Informationen

nach oben